Lehrstuhl für Fertigungstechnologie, Universität Erlangen-Nürnberg

Wissensbasierte Methoden für die rechnergestützte Charakterisierung und Bewertung innovativer Fertigungsprozesse



Datum: 31.12.2000


Autor


Berichterstatter

  • Prof. Dr.-Ing. M. Geiger
  • Prof. Dr.-Ing. B. Scholz-Reiter, TU Cottbus

Für Unternehmen der Blechteilefertigung besteht ein permanenter Zwang zur innovativen Prozessgestaltung, um nachhaltig Wettbewerbsvorteile durch Kostensenkung oder Differenzierung zu sichern. Die Umsetzung von Prozessinnovationen wird aber häufig durch fehlendes Wissen über die technologischen Einsatzmöglichkeiten und den wirtschaftlichen Nutzen erschwert. Etablierte Methoden setzen die Kenntnis wirtschaftlicher Kriterien voraus und führen aufgrund der besonderen Gewichtung der Kosten zu einem ablehnenden Entscheidungsverhalten. Im Rahmen der Arbeit werden Methoden und Modelle vorgestellt, welche technologische und wirtschaftliche Kriterien charakterisieren und bewerten, die im Mittelpunkt der Entscheidungsfindung über die Einführung einer innovativen Fertigungstechnologie stehen. Das technologische Potential wird durch ein System von Formelementen in einem wissensbasierten Datenmodell systematisiert und in Hinblick auf das Produktionsprogramm bewertet. Der Fertigungsprozess selbst wird durch die beteiligten Prozessschritte, Maschinen und Werkzeuge in einem dynamischen Modell für die Wirtschaftlichkeitssimulation abgebildet. Die Methode der Fuzzy-Set-Theorie berücksichtigt zudem die Planungsunsicherheit, die innovativen, in der Produktion nicht implementierten Prozessketten zu eigen ist. Das Simulationsszenario ermöglicht, Nutzeffekte, z.B. in Form einer verbesserten Flexibilität oder Kostensenkung, aber auch Risiken der Investition nachvollziehbar offenzulegen und zu bewerten. Technologische Alternativen können somit verglichen und Ansätze für die Optimierung am Modell der Prozesskette aufgezeigt werden.