Lehrstuhl für Fertigungstechnologie, Universität Erlangen-Nürnberg

Beitrag zur rechnerunterstützten verursachungsgerechten Angebotskalkulation von Blechteilen mit Hilfe wissensbasierter Methoden



Datum: 26.10.1999


Autor


Berichterstatter

  • Prof. Dr.-Ing. Dr.h.c. M. Geiger
  • Prof. Dr.-Ing. K. Feldmann

Die Angebotskalkulation stellt für viele kleine und mittelständische Unternehmen ein Problem dar, weil zum einen die traditionellen Kostenrechnungsverfahren beim Finden eines marktgerechten Preises wenig geeignet sind und zum anderen die Kalkulation durch fehlende Rechnerintegration zeitaufwendig und damit kostenintensiv ist. Ziel der vorliegenden Arbeit war daher die Entwicklung prozeßorientierter Methoden zur Angebotskalkulation am Beispiel der Blechteilefertigung, welche die Preisfindung beschleunigen und die entstehenden Kosten den Fertigungsaufträgen verursachungsgerecht zuordnen. Im hierzu entwickelten Kalkulationssystem werden Selbstkosten anhand von Werkstückmerkmalen fertigungsorientiert bestimmt. Diese Merkmale werden durch eine automatische Analyse des CAD-Modells des Bauteils gewonnen. Neben den reinen Geometriedaten zählen dazu sowohl Geometrie-Features als auch Toleranzen. Zur Berücksichtigung der Kosten indirekter Unternehmensbereiche werden für wesentliche Unternehmensprozesse die Methoden der Prozeßkostenrechnung eingesetzt. Diese wurden im Rahmen der Arbeit durch Elemente der Deckungsbeitragsrechnung erweitert. Für die Integration der Fertigung mit Folgeverbundwerkzeugen wurde eine Methodik entwickelt, die mit Hilfe Neuronaler Netze den Aufwand, der im Werkzeugbau entsteht, in Abhängigkeit von den ermittelten Werkstückmerkmalen ableitet. Für das untersuchte Werkzeugspektrum konnten dabei Kalkulationsgenauigkeiten von durchschnittlich 10 % erzielt werden.